Immer mehr Menschen sind von der immer schneller und lauter werdenden modernen Welt überfordert und sehnen sich nach Ruhe und Entschleunigung. Entsprechend stark wachsen Entspannungsangebote von Yogaübungen bei Stress, bekannten Entspannungsverfahren, wirksamen Methoden der Stressbewältigung bis hin zu Meditation und Achtsamkeits-Seminaren. Ein Entspannungstherapeut ist der Experte auf diesem Gebiet, der zahlreiche verschiedene Angebote kennt und jedem Klienten die für ihn am besten geeignete Entspannungsmethode empfehlen kann. Eine andere Bezeichnung für dieses noch recht junge Berufsbild ist Entspannungspädagoge.

Nachfrage nach Entspannungstherapeuten steigt

Jeder Mensch geht unterschiedlich mit Stress und Belastungen um. Manche laufen erst zur Hochform auf, wenn sie unter Stress stehen und mehrere Aufgaben auf einmal bewältigen müssen. Andere drohen jedoch unter lange anhaltendem Stress zu zerbrechen: Sie leiden unter Schlaflosigkeit, Bluthochdruck und Erschöpfung. Am Ende stehen häufig Burnout und Depressionen. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Arbeitnehmer, die aufgrund einer psychischen Erkrankung aus dem Berufsleben ausscheiden mussten, um 40 Prozent. Bessere Prävention in Form von Entspannungsangeboten ist also dringend notwendig. Hier setzt der geschulte Entspannungstherapeut an, der seine Klienten berät und ihnen das notwendige Werkzeug in die Hand gibt, später zuhause, unterwegs oder auch bei der Arbeit die erlernten Entspannungstechniken anzuwenden. Ein Entspannungstherapeut ist in der Lage, einzelne Klienten zu betreuen und Kurse zu leiten. Er kann selbständig in einer eigenen Praxis arbeiten oder auch in Kliniken, in Wellnessinstituten oder auch im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Unternehmen.

Die einzelnen Methoden der Entspannung

Zu den beliebtesten Entspannungsmethoden gehören die Progressive Muskelentspannung (PMR) und das Autogene Training. PMR ist eine beliebte Wahl für Einsteiger: Sie lernen hier, ihre Muskeln einzeln anzuspannen und anschließend zu entspannen. Mit jeder Muskelgruppe schreitet das Gefühl der Entspannung und einer angenehmen Körperschwere zu. Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmer in der Lage, die PMR zuhause alleine auszuüben und so täglich nach der Arbeit oder anderen belastenden Situationen Entspannung zu finden.

Beim Autogenen Training steht dagegen die Suggestionskraft im Mittelpunkt. Der Entspannungstherapeut bringt den Klienten Formeln bei, mit deren Hilfe sie einzelne Organe, und Muskelgruppen per Autosuggestion steuern können. Bei den Formeln handelt es sich um einfache und kurze Sätze wie ” Arme und Beine sind schwer”.  Atmung, Herzschlag und Muskulatur kommen durch Autogenes Training nachweislich zur Ruhe, das strapazierte Nervensystem wird wieder ausgeglichen.

Zu den wesentlichen Methoden der Entspannung gehören auch bestimmet Formen der Meditation und Atemübungen. Die Teilnehmer lernen bei den Atemübungen, gezielt auf eine bewusste Atmung zu achten und dadurch innere Blockaden zu lösen. Weitere Felder, die sich sehr gut mit PMR und AT kombinieren lässt, sind Fantasie – und Körperreisen.

Yoga und mehr als Teil der Entspannungstechniken

Entspannung

Die meisten Entspannungstherapien basieren ganz auf mentaler Arbeit. Die Teilnehmer sitzen oder liegen in der Gruppe oder im Einzelsetting. Ein guter Entspannungstherapeut weiß jedoch, dass Bewegung ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entspannung spielt. Daher bieten Entspannungstherapeuten zusätzlich Übungen an, die in der asiatischen Heilslehre wurzeln: Das indische Yoga gehört ebenso dazu wie Qi Gong und Tai Chi aus China.

Nicht zuletzt eignet sich der Entspannungstherapeut psychologisches Wissen an, mit dessen Hilfe er den gestressten Klienten mental stärken kann Er leitet ihn zu neuem konstruktiven Denken und zur Realisierung der eigenen Potenziale an. Ein neues Bewusstsein für den eigenen Körper und die eigenen Bedürfnisse ist unverzichtbarer Bestandteil der ganzheitlichen Gesundheit.

Die Ausbildung zum Entspannungstherapeut

Eine einheitliche Berufsausbildung gibt es nicht. Viele Entspannungstherapeuten bringen bereits Vorkenntnisse in anderen ganzheitlichen Heilmethoden wie Yoga und Massagen mit. Andere haben am eigenen Körper erfahren, wie krankmachend Stress sein kann und wollen ihre Erkenntnisse und Erfahrungen weitergeben. Wieder andere finden in diesem Berufsbild einen neuen Weg für Ihr berufliches Leben.
Eine Weiterbildung als Entspannungspädagoge oder – therapeut vertieft das Wissen über palliative-regenerative Entspannungsverfahren wie Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung. Dazu werden Aspekte wie mentales Stressmanagement und Achtsamkeitstraining unterrichtet.

Entspannungstherapeuten arbeiten vorzugsweise in Praxen, Kliniken oder in SPA´s, können aber auch freiberuflich ihre eigenen Entspannungs- Kurse anbieten. Immer mehr Firmen haben erkannt, wie wichtig Entspannung und Stressreduktion für die Mitarbeiter sind und bieten ein- oder mehrmals pro Woche die Möglichkeit, an entsprechenden Kursen in der Firma teilzunehmen. Da Stress und Burnout auch bei jungen Leuten zunimmt, setzen auch Schulen zunehmend auf Kurse, bei denen Schüler Entspannungstechniken erlernen. Kurzum: Für einen Entspannungstherapeuten gibt es zahlreiche Betätigungsfelder und die Nachfrage nach Experten wird in den nächsten Jahren sicher noch steigen.

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