Yoga erfreut sich ständig steigender Beliebtheit und wird heute in vielen verschiedenen Varianten vom klassischen spirituell geprägten Yoga aus Indien bis zu modernen westlichen Interpretationen wie Power-Yoga angeboten. Zahlreiche Studien haben die wohltuende Auswirkung auf Körper und Geist bewiesen. Doch noch immer gibt es viel Unsicherheit und Halbwissen rund um das Thema Yoga. Hier einige der am häufigsten gestellten Fragen zu Yoga.

Kann ich mit Yoga meine Fitness verbessern?

Viele Menschen scheuen vor anstrengendem Ausdauersport wie Jogging, Radfahren oder dem Workout im Fitness-Studio zurück. Sanftes Yoga erscheint ihnen als entspannte Alternative. Zwar hat Yoga nicht die gleichen Auswirkungen im Körper wie ein 10-Kilometer-Lauf im Park oder eine halbe Stunde schweißtreibendes Cardio-Workout, doch tatsächlich kann Yoga die Fitness positiv beeinflussen. Wer mit Ausdauertraining also nichts anfangen kann, findet mit Yoga eine sinnvolle andere Möglichkeit, die eigene Fitness zu stärken. So dehnen die Asanas die Muskeln und führen zu einer besseren Durchblutung und Sauerstoffversorgung. Die Atemübungen wiederum führen zur Ausdehnung der Lungen, die ebenfalls mehr Sauerstoff aufnehmen können. Beides macht sich dann im Alltag positiv bemerkbar, zum Beispiel beim Treppensteigen oder bei einem kurzen intensiven Spaziergang.

Kann ich mit Yoga abnehmen?

Viele Hochglanzblättchen versprechen ganz entspanntes Abnehmen mit Yoga. Allerdings verbrennen Asanas weit weniger Kalorien als Ausdauersportarten wie Jogging und Schwimmen. Um 400 Kalorien zu verbrennen – so viel wie ein einziger Donut – wäre schon eine ganze Stunde Power Yoga erforderlich. Yoga kann sich jedoch anderweitig positiv auf Diätversuche auswirken. Viele Menschen greifen zu ungesunden Snacks, wenn sie unter Stress stehen. Da Yoga enorm zum Stressabbau und zur inneren Ausgeglichenheit beiträgt, kann tägliches Yoga also dazu führen, dass automatisch weniger ungesunde kalorienreiche Snacks konsumiert werden. Dazu helfen kurze Yoga-Übungen, zum Beispiel am offenen Fenster, um von akuten Heißhungerattacken abzulenken.

Was muss ich bei Gelenk- und Skelettproblemen beachten?

Muskel- und Skelettprobleme sind die häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in Deutschland. Jeder Dritte klagt ab und zu über Rückenschmerzen und Bandscheibenproblemen. Bei leichten Beschwerden, die z.B. durch das tägliche lange Sitzen am Schreibtisch entstehen ist Yoga die perfekte Gegenmaßnahme. Ist es jedoch schon zu  ernsthaften Erkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall gekommen, sollte vorab der Arzt konsultiert werden. Ganz wichtig: Bei einem neuen Yoga-Kurs muss der Kursleiter informiert werden. Er kann dann besonders darauf achten, dass die richtige Haltung eingenommen wird, die die Bandscheiben schont oder bei Asanas, die die Wirbelsäule belasten (z.B. der Kobra), eine Alternative anbieten.

Kann ich Yoga auch bei Übergewicht betreiben?

Klar, auf einschlägigen Stockphotos sind immer nur schöne, schlanke Menschen zu sehen. Doch Yoga ist auch für Übergewichtige eine gute Wahl. Tatsächlich hat eine umfangreiche Studie der Kliniken Essen-Mitte gezeigt, dass Yoga bei Adipositas sogar zum Gewichtsverlust beitragen kann. Für Einsteiger sind nur einige Regeln zu beachten: So lastet bei Übergewichtigen natürlich mehr Gewicht auf den Gelenken, die schnell überstrapaziert werden. Ein guter Yogalehrer achtet darauf, die Gelenke nicht zu stark zu belasten und ggf. Alternativen zu bestimmten Asanas anzubieten. Wichtig ist daneben auch, sich anfangs nicht zu überfordern und mit den schlanken Kursteilnehmern mithalten zu wollen. Besser ist es, zunächst immer mal wieder zu pausieren und das Pensum langsam zu steigern.

Wie vermeide ich Schmerzen in den Handgelenken?

In einigen Yoga-Haltungen wie dem herabschauenden Hund oder der Krähe lastet viel Gewicht auf den Handgelenken. Die richtige Gewichtverteilung spielt darum eine wichtige Rolle, um etwaige Schmerzen zu vermeiden. So sollten die Hände genau unter den Schultern positioniert sein. Das Gewicht verteilt sich besser über die gesamte Hand, wenn die Finger gespreizt sind. Dazu bringt es Entlastung, wenn die Hand nicht komplett (mit dem Handballen) auf der Matte aufliegt, sondern nur mit den Fingerkuppen. Keine Sorge: Die Fingergelenke, insbesondere am Daumen und am Zeigefinger, halten eine ganze Menge aus.

Warum ist die Atmung beim Yoga so wichtig?

Die Atmung spielt beim Yoga eine genauso wichtige Rolle wie die richtige Ausführung der Asanas. Der Yogalehrer wird darauf achen, dass der Atem lange und gleichmäßig fließt. Während der Yoga-Übungen wird durch die Nase geatmet. Wer bei sich Atemnot oder kurzes, abgehaktes Atmen bemerkt, sollte eine Pause einlegen, damit die Atmung zur Ruhe kommt. Keine Sorge, wenn es länger dauert: Die meisten Menschen benötigen ein oder sogar zwei Jahre, bis sie die richtige Atemtechnik gemeistert haben und während der gesamten Yogastunde tief und gleichmäßig atmen.

Wie nehme ich die richtige Sitzhaltung ein?

Es sieht so einfach aus und ist so ein Klischee: Der herrlich entspannte meditative Sitz auf dem Boden im Schneidersitz. Doch viele Menschen können kaum stillsitzen. Die Beine schlafen ein und kribbeln, die Schultern sind vornübergebeugt, der Nacken schmerzt. Meditative Ruhe kann sich so nicht einstellen. Wir verbringen heute so viel Zeit in schlechter Sitzhaltung, über Computertastaturen und Smartphones gebeugt, dass der Sinn für einen aufrechten gesunden Sitz verloren gegangen ist. Wichtig ist eine aufrechte Wirbelsäule, die jedoch nicht 100% “kerzengerade” sein muss (dies führt nur wieder zu Verspannungen). Die Wirbelsäule sollte ihrem natürlichen, leicht geschwungenen Verlauf folgen. Die Schultern dürfen nicht nach vorne sinken und einen runden Rücken erzeugen. Gerade am Anfang müssen sie immer wieder bewusst locker nach hinten (weg von den Ohren) gezogen werden. Der Kopf wird gerade gehalten, sodass die Halswirbelsäule eine natürliche Verlängerung der Rückenwirbelsäule darstellt. Hilfreich zu merken ist dabei, dass das Kinn parallel zum Boden ausgerichtet ist. Das Becken sollte schwer am Boden ruhen.

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