Yogaübungen

Hatha, Ashtanga & Co: Verschiedene Yoga-Arten erklärt

Yoga hat sich zu einem riesigen Trend entwickelt. So entstanden in den letzten Jahren viele neue Abwandlungen des Yoga, die mit dem ursprünglichen Original aus Indien immer weniger zu tun hatten. Interessierte Neueinsteiger stehen dem riesigen Angebot oft hilflos gegenüber und selbst erfahrene Yogis wissen oft nicht sofort, was sich hinter der neuesten Hype verbirgt. Hier die wichtigsten Yoga-Arten im Überblick.

Hatha Yoga

Hatha Yoga ist das ursprüngliche Yoga, das bereits vor gut 2000 Jahren entstand. Das Wort Hatha stammt aus der Sanskritsprache und bedeutet so viel wie “Kraft”. Gemeint war damit ursprünglich das körperliche Yoga als Ergänzung zum spirituellen meditativen Yoga (Raja Yoga). Hatha Yoga basiert auf den drei Grundprinzipien der Asanas (Körperhaltungen), des Pranayama (Atemübungen) und der Meditation. Hier geht es weniger um sportliche Höchstleistungen, sondern um Entspannung und Regeneration. Ideal für Einsteiger.

Vinyasa Yoga / Ashtanga Yoga

Diese beiden Yoga-Varianten sind eng miteinander verwandt. Vom Hatha Yoga unterscheiden sie sich dadurch, dass die einzelnen Asanas fließend ineinander übergehen. Damit ist es sportlicher und herausfordernder gerade für Einsteiger. “Ashtanga” bedeutet übersetzt so viel wie “acht Glieder“. Ihm eigen sind die festgelegten Übungssequenzen. Bein Vinyasa Yoga wird zusätzlich noch die Atmung darauf abgestimmt. Allerdings müssen beim Vinyasa Yoga müssen Übungssequenzen nicht so strikt eingehalten werden. Entscheidend ist aber bei beiden Arten, dass die Übungsabfolgen im Flow praktiziert werden und keine Pausen zwischen den Asanas eingelegt werden.
Der Yogalehrer kann die Übungsabfolgen nach Belieben variieren.

Power Yoga

Power Yoga ist eine in den USA entstandene Weiterentwicklung von Ashtanga und Vinyasa. Mit der ursprünglichen indischen spirituellen Anlegung hat sie nicht mehr viel zu tun. Hier geht es um stark körperlich herausfordernde Übungen und dauerhaftes in Bewegung bleiben. Power Yoga ist eher für Menschen geeignet, die sich vom Yoga vordergründig Fitness und Gewichtsverlust versprechen.

Kundalini Yoga

Kundalini Yoga ist eher eine Hatha Yoga Form, die aus dem Tantrismus entstanden ist. Als Kundalini wird im Tantrismus eine innere Kraft des Menschen bezeichnet, die wie eine aufgerollte Schlange im untersten Chakra (am unteren Ende der Wirbelsäule) ruht. Durch das Kundalini Yoga soll die Schlange zum Aufsteigen ermutigt werden: Das Erreichen des obersten Chakras kann so starke Energien freisetzen, dass der Praktizierende umfassende Einsichten ins Sein erhält, die auch als Erleuchtung beschrieben werden. Kundalini Yoga richtet sich vor allem an spirituell interessierte Menschen.

Iyengar Yoga

Der indische Yoga-Lehrer B.K.S. Iyengar reiste Jahrzehnte lang durch die ganze Welt, um Hatha Yoga zu lehren. Dabei erkannte er, dass die Asanas oft falsch oder ungenau ausgeführt wurden und so ihre eigentliche Wirkung nicht entfalten konnte. Er führte eine ganze Reihe Hilfsmittel wie Klötze, Polster und Gurte ein, mit deren Hilfe die Asanas wirklich 100% korrekt ausgeführt wurden. Daraus entwickelte sich eine eigene nach ihm benannte Yoga-Form, das Iyengar Yoga.

Bikram Yoga

Eine der neueren im Westen entstandenen Yoga-Arten, die auch als Hot Yoga bekannt ist und von Bikram Choudhury entwickelt wurde. Bei dieser Variante werden 24 Asanas und 2 Atemübungen in einem rund 35-40°C heißen Raum ausgeübt. Die Hitze soll einerseits die Muskeln geschmeidiger machen und andererseits durch das Schwitzen den Körper entgiften. Kritiker bemängeln jedoch, dass der starke Wasser- Und Elektrolytverlust zu Kreislaufbeschwerden und Krämpfen führen kann. Wer unsicher ist, ob Bikram Yoga in Frage kommt, der kann es bei der nächsten sommerlichen Hitzewelle bei 40°C im eigenen Garten ausprobieren.

Weitere Yoga-Methoden

Es gibt viele weitere Unterarten von Yogaformen, die mit Sportarten verknüpft wurden – wie z.B. beim“ Paddling Yoga“ oder „Boxing-Yoga“.
Eine vor allem auch therapeutisch wirksame Yogaform ist das Lach-Yoga, das in Indien seinen Ursprung hat. Dabei wird zuvor eine Atemübung angeleitet um dann im Verlauf die Teilnehmer dazu zu animieren, zu lachen und immer wieder mit dem Lachen aus dem Bauch heraus zu beginnen. Dabei hilft es, anderen beim Lachen zu beobachten und sich davon mitreißen zu lachen. Lach-Yoga wird sowohl in klinischen Bereichen als auch im Bereich Organisationsentwicklung und Unternehmensberatung eingesetzt. Warum? Klinische Studien beweisen seit langem, Lachen ist und hält gesund!

Für jede Yoga-Art den richtigen Yogalehrer finden

Grundsätzlich sollte jeder Yogalehrer über eine fundierte Ausbildung verfügen. Ein einwöchiger Kurs auf Bali oder in Goa genügt nicht. Die Basisausbildung sollte mindestens 200 Unterrichtseinheiten über einen Zeitraum von mehreren Monaten umfassen. Wer sich noch tiefergehend mit den verschiedenen Ansätzen und Yogaphilosophien beschäftigen möchte, für den sind Ausbildungen mit 500 Unterrichtseinheiten sinnvoll. Dabei lernen die Schüler die wichtigsten Grundlagen des Hatha Yoga mit Asanas, Pranayama und Savasana (Tiefenentspannung). Nach Abschluss der Yoga Ausbildung können sie eigene Yogakurse oder Yoga im Einzelsetting als Coach anbieten. Interessant kann auch eine Weiterqualifizierung in einer bestimmten Form des Yoga sein,  z.B. als Kursleiter für Ashtanga Yoga oder Bikram Yoga.

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