Der Begriff Mudra bedeutet im Sanskrit Siegel. Mudras sind kraftvolle Handgesten, denen gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. Die Fingerhaltungen haben Einfluss auf Körperenergien und Stimmungen.

Im heutigen Verständnis sind Mudras:

  1. Choreografische Gesten des asiatischen Tanztheaters.
  2. Rituelle Gesten im Gottesdienst hinduistischer und buddhistischer Priester.
  3. Gesundheitsfördernde Haltungen in den asiatischen Heilkunden sowie in verschiedenen Formen des Yoga.

Die bekanntesten Mudras sind die Fingerhaltungen, die während der Meditation eingenommen und idealerweise für mindestens 15 Minuten gehalten werden. Dazu sitzt man am besten im Lotus- oder Schneidersitz und legt die Hände auf den Knien ab. Für einige Mudras werden die Hände auch in den Schoß oder vor das Herz gelegt. Mudras werden mit beiden Händen eingenommen um eine stärkere Wirkung zu entfalten.

Mudras dienen ursprünglich dazu Prana (Lebensenergie) aufsteigen zu lassen und darüber Mukti (Befreiung) zu erlangen. In den alten Quellen wird davon gesprochen, dass man durch das Üben von Mudras übernatürliche Kräfte wecken und körperliche Krankheiten und Leiden überwinden kann.

Mudras eignen sich sehr gut für die Yogapraxis und können in Verbindung mit verschiednen Asanas, Pranayama oder Kirtan eingenommen werden.

 

Welche Mudras gibt es und welche Wirkung haben sie?

1. Set von Mudras um Energie zu balancieren, die in einer Sequenz verwendet werden

Jeder Finger steht für ein bestimmtes Chakra, so dass sich durch die Fingerstellungen bestimmte Bewusstseinszustände ergeben.

Set von Mudras

Set von Mudras | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände & Wirkung

Daumen berührt Spitze des Zeigefingers
Wirkung: Öffnet das Wurzelchakra und bewegt mehr Energie in die Beine und den Unterkörper

Daumen berührt Spitze des mittleren Fingers
Wirkung: fördert Geduld

Daumen berührt Spitze des Ringfingers
Wirkung: Energie, Stabilität und Sicherheit

Daumen berührt Spitze des kleinen Fingers
Wirkung: Intuition und Gefühl

 


 

2. Ahamkara Mudra

Ahamkara Mudra

Ahamkara Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

Biege die Zeigefinger leicht an und lege das obere Fingerglied des Daumens auf die Seite der mittleren Phalanx (Fingerglied). Die anderen Finger sind gestreckt.

Wirkung

Diese Mudra stärkt das Selbstvertrauen und die Selbstbehauptung. Es hilft gegen Angst und Schüchternheit.

 


3. Akzeptanz Mudra

Akzeptanz mudra

Akzeptanz Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

Die Zeigefinger sind im Raum, so dass der Nagel den Falz berührt. Die äußeren unteren Daumennägel berühren die kleinen Finger seitlich.

Wirkung

Diese Mudra hilft Traurigkeit oder unnötigen Widerstand gegen eine Situation zu überwinden. Sie führt in eine Stimmung der Akzeptanz.

 


4. Apan Mudra

Apan Mudra

Apan Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

Die Spitzen der Mittel- und Ringfinger berühren die Spitze des Daumens. Die übrigen Finger werden gestreckt gehalten.

Wirkung

Diese Mudra schenkt uns Gelassenheit, Zuversicht und Selbstvertrauen.
Sie dient ausserdem der Entgiftung, da sie Galle und Leber stimuliert und hilft bei Verdauungsproblemen.

 


5. Bhudy Mudra (auch bekannt als Varun Mudra)

Bhudy Mudra

Bhudy Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

Die Spitzen der kleinen Finger und Daumen berühren sich.

Wirkung

Die Haltung verbessert Gefühl und Intuition und stärkt das Selbstvertrauen.

 


6. Jnana Mudra (auch bekannt als Gyan Mudra)

Jnana Mudra

Jnana Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

Alle Finger sind gestreckt. Die Zeigefinger werden gebeugt und mit den Kuppen der Daumen zusammengebracht. Durch die Berührung der Finger wird ein Kreis geformt. Der Rest der Finger bleibt gerade, aber entspannt.

Wirkung

Die Mudra stimuliert das Wurzelchakra, beruhigt und verbessert die Konzentration.
Sie bringt Klarheit, hellt die Stimmung auf und schenkt uns inneren Frieden und spirituelles Wachstum.

 


7. Hakini Mudra

Hakini Mudra

Hakini Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

 Die Fingerspitzen der linken und rechten Hand berühren sich.

Wirkung

Diese Haltung hilft sich besser zu konzentrieren. Diese Mudra stärkt das Selbstbewusstseins und unterstützt die  Zusammenarbeit der linken und rechten Gehirnhälften.

 


8. Prana Mudra

Prana Mudra

Prana Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

 Die Spitzen der kleinen Finger und Ringfinger berühren die Spitze der Daumen.

Wirkung

Diese Mudra gibt uns Energie und hilft bei Müdigkeit und Stress. Sie bringt in einen kraftvollen und vitalen Zustand.

 


9. Prithvi Mudra

Prithvi Mudra

Prithvi Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

Die Spitzen der Ringfinger und der Daumen berühren sich.

Wirkung

Diese Mudra erhöht die Energie und gibt ein Gefühl von innerer Stabilität und Selbstsicherheit.

 


 

10. Shuni Mudra

Shuni Mudra

Shuni Mudra | Foto: Melina Remoundos | socialmedium.de

Haltung der Hände

Die Spitzen der Mittelfinger und der Daumen berühren sich.

Wirkung

Diese Haltung hilft dabei bewusst im Moment zu sein und macht geduldiger.

 


 

Bei mehrmaligem Wiederholen der Mudras wirst du nach kurzer Zeit eine entsprechende Veränderung wahrnehmen. Um die Wirkung voll zu spüren, solltest du die Mudras regelmäßig wiederholen.

Viel Spaß beim Üben!

 

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